Wo die Daten eines NFT liegen
Das Bild, das du siehst, wenn du ein NFT ansiehst, liegt fast nie auf der Blockchain. Der Token enthält einen Link, und der Link führt woandershin. Diese Lektion erklärt, wohin, und warum das entscheidet, ob sich das NFT ändern oder verschwinden kann.
Warum nicht auf der Blockchain?
Daten auf einer Blockchain zu speichern, ist teuer, weil jeder Knoten für immer eine Kopie behält. Ein ganzes Bild so zu speichern, kostet sehr viel an Gebühren. Die meisten Sammlungen speichern deshalb einen kurzen Link im Contract und legen den Rest woanders ab.
Die Kette der Links
- Der Token im Contract enthält einen Link, die sogenannte Token-URI.
- Dieser Link führt zu den Metadaten: einer kleinen Textdatei mit Name, Beschreibung und Eigenschaften des NFT sowie einem zweiten Link.
- Der zweite Link führt zum Bild oder zu einer anderen Datei.
Wallets und Marktplätze folgen diesen Links und zeigen dir das Ergebnis. Das NFT ist nur so dauerhaft wie das schwächste Glied dieser Kette.
Drei Orte, an denen die Daten liegen können
Ein gewöhnlicher Webserver. Der Link ist eine normale Webadresse. Wer den Server kontrolliert, kann die Datei ändern oder aufhören, das Hosting zu bezahlen. Dann gibt es den Token weiterhin, aber er zeigt ins Leere oder auf etwas anderes.
IPFS. Ein Netzwerk zum Teilen von Dateien, in dem die Adresse einer Datei aus ihrem Inhalt berechnet wird. Diese Adresse heißt Content Identifier (Inhaltskennung).
- Ändere ein einziges Pixel, und die Kennung ändert sich. Ein Link dieser Art lässt sich also nicht unbemerkt auf andere Daten umlenken.
- Die Datei bleibt nur verfügbar, solange mindestens ein Computer im Netzwerk eine Kopie behält. Eine Kopie zu behalten, nennt man Pinning. Pinnt sie niemand, kann die Datei verschwinden, obwohl der Link noch stimmt.
Auf der Blockchain selbst. Einige wenige Sammlungen speichern alles im Contract. Das ist die dauerhafteste Möglichkeit und wegen der Kosten die seltenste.
Zwei Arten von IPFS-Links
Ein IPFS-Link lässt sich auf zwei Arten schreiben:
- Als
ipfs://, gefolgt von der Kennung. Das ist die richtige Form. Sie funktioniert, solange irgendjemand im Netzwerk die Datei hat. - Als Webadresse, die über ein Gateway läuft, eine Website, die IPFS-Dateien für normale Browser abruft. Schließt dieses Gateway, ist der Link kaputt, obwohl es die Datei noch gibt.
Die Hinweise von IPFS selbst für NFT-Ersteller sagen, dass Gateway-Links nicht der Hauptlink im Token sein sollten.
Lässt sich der Link selbst ändern?
Manchmal. Manche Contracts erlauben ihrem Eigentümer, zu ändern, wohin die Token zeigen. Projekte nutzen das, um Kunstwerke nach einem Verkauf zu enthüllen oder Fehler zu beheben. Es bedeutet aber auch, dass der Eigentümer austauschen könnte, was dein Token zeigt.
Manche Contracts sperren die Links dauerhaft. Marktplätze kennzeichnen das teils als eingefrorene Metadaten (frozen metadata).
So prüfst du es
Sieh dir auf einem Marktplatz oder in einem Block-Explorer die Details des Tokens an:
- Wohin zeigt die Token-URI? Auf eine Webadresse, ein Gateway oder
ipfs://. - Sind die Metadaten eingefroren? Oder kann der Eigentümer des Contracts sie ändern?
- Wer hält die Dateien verfügbar? Ein Projekt, das verstummt ist, hört damit vielleicht auf.
Lektion 34 hat gezeigt, wie man einen Block-Explorer liest.
Was ein Marktplatz zeigt
Ein Marktplatz ist ein Fenster zur Blockchain. Er kann ein Angebot auf seiner eigenen Website ausblenden oder entfernen. Der Token existiert weiter im Contract und gehört weiter dir, ist aber womöglich schwer zu verkaufen, wenn die großen Marktplätze ihn nicht anzeigen.
Ist das Bild eines typischen NFT auf der Blockchain gespeichert?
Ein NFT ist meist ein Token mit einem Link zu einer Datei, die woanders liegt. Prüfe, wohin der Link zeigt und ob er sich ändern lässt, denn das entscheidet, ob sich das NFT verändern oder verschwinden kann.
Quellen
- IPFS docs: Best practices for storing NFT data
- IPFS docs: Content identifiers
- ethereum.org: ERC-721 non-fungible token standard
- Ethereum Improvement Proposals: ERC-721
Fakten geprüft anhand dieser Quellen am 10. Oktober 2026.
Der Kurs per E-Mail
Fünf kurze E-Mails für den Einstieg, danach eine im Monat mit Neuigkeiten. Keine Kurstipps und kein Hype.
Kostenlos. Jederzeit abbestellbar. Siehe unseren Datenschutzhinweis.
Soll auch dein Fortschritt gespeichert werden? Kostenloses Konto erstellen.